Wir müssen alle Mobilitätsarten berücksichtigen und uns nicht auf eine fixieren.

Wir sind Fußgänger, Fahrradfahrer, Motorradfahrer, Autofahrer und nutzen auch Bus und Bahn. Mobilität macht unser aller Leben aus. 

Es gibt vielfältige Möglichkeiten. Eine gute Anbindung an Bundes- und Autobahn oder die Schiene erleichtern uns vieles. Von nahezu überall erreichen wir nahezu jeden Ort. Von meinem Lebensmittelpunkt Ostfildern erreiche ich auch mit dem Fahrrad viele Ziele, ohne durch die tristen Städte fahren zu müssen. Ausflüge in den Sauhag von Denkendorf oder sogar bis zur Teck sind von Ostfildern aus gut möglich. Doch auch die kleinen Touren zu Spiel- oder Grillplätzen, Biergärten oder eine unserer Vereinsgasstätten machen Spaß und fördern unsere Gemeinschaft und unser Stadtleben.

Vieles ist gut und so soll es auch bleiben. 

Doch unsere Welt und auch unsere Stadt lebt unter dem ständigen Wandel. Eine funktionierende und gute Infrastruktur ist dabei essenziell. Fehlende Betreuungsplätze, Staus, überlastete Kanalisationen und Kläranlagen, Stadtverwaltungen, die ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen überlastet und mancherorts steigt auch die Unfall- und Strafdelikte an.
 

Mehr in unsere Infrastruktur & Mobilität investieren. 

 
Der Kostendruck steigt weiter und zu geringe Investitionen in die Infrastruktur sorgen für einen immer größer werdenden Investitionsstau. Der ÖPNV muss nur immer günstiger, mit veralteter Technologie Menschen von A nach B bringen. Und das obwohl es besser ginge. Schwache Linien bzw. Verbindungen werden mit dem gleichen Mittel bedient wie die voll ausgelasteten Verbindungen. Das schadet allen. Wirtschaftlich unsinnig und zudem schadet dies auch der Umwelt. Leere Bus-Verbindungen müssen vermieden werden. Busse auf Abruf oder kleinere Transportmittel könnten die schwachen Verbindungen gut bedienen. Doch Ausschreibungen werden à la „Geiz ist Geil“ erstellt. Das Günstigste und einfachste zuerst. Moderne Antriebsarten oder mehr Variationen kosten Geld. Dafür haben wir nichts übrig. So scheint es jedenfalls. Die unzureichende und zu späte Planung bei den städtischen Sanierungen, bei Bildung/Schulen, Kitas, kritische Baugebiete sowie Neubauprojekte belasteten die heutige und auch zukünftige Finanzplanung extrem. Zu viele Bauprojekte und Baukostensteigerungen setzen viele Stadtverwaltungen und deren Städte unter Druck. 
 

Wir dürfen die Probleme nicht weiter vor uns herschieben, sondern müssen schon heute planvoll und intelligent investieren. 

An Visionen fehlt es nicht. Es fehlt an Lösungen, die zeitnah greifen. Lösungen, die bei den Einwohnern ankommen. Es fehlt an einer offenen Bürgerbeteiligung und an einer besseren Mobilität. Investitionen werden gerne großen Investoren übergeben, Einwohner, Familien oder einfach der kleine Mann oder Frau, die dürfen solche Investitionen vielerorts nicht einmal als Gemeinschaftsprojekte umsetzen. Wollen wir in unsere Stadt investieren, müssen wir auf teure Bauobjekte von Großinvestoren zurückgreifen oder eine unwirtschaftliche Immobilie restaurieren. Dieses Dilemma reicht heute bis zum Mittelstand. Kleine und mittlere Unternehmer können oder dürfen immer weniger direkt in unsere Städte investieren. Doch so bleibt der Mangel an Wohnungen langfristig garantiert. 
 
Aber auch das Konfliktpotenzial zwischen den Verkehrsteilnehmern in unseren Städten wächst. Alle Verkehrsteilnehmer reagieren vermehrt gereizt und das Unfallrisiko steigt. Enge Rad- und Fußwege, unklare Regelungen und riskante Kreuzungen verstärken dies zusätzlich. Investitionen werden lieber woanders getätigt und dafür einfach bestehenden Straßen zu „Fahrradstraßen“ gemacht. Die Symbolkraft ist wichtiger als ein durchgängiger Verkehrsfluss aller Mobilitätsarten. 
 
Dann gibt es vielerorts noch ein ausdünnen des Einzelhandels. Immer mehr Menschen sind darauf angewiesen, unsere täglichen Erledigungen mit dem Kraftfahrzeug durchzuführen. Unser Verkehr wird dadurch immer mehr negativ beeinflusst. Das, obwohl wir einen regelrechten Boom beim Fahrrad erleben. 
 
Doch auch das Pedelec/E-Bike verändert den Anspruch an unseren Verkehrswegen. Mit dem Boom steigt auch das Unfallrisiko. 2018 hatten wir in Ostfildern keinen einzigen schweren Fahrradunfall in unserer Stadt. 2019 änderte sich dies schlagartig und die Zahl der gemeldeten Unfälle stieg auf 18 an. 
 

Die Verkehrswege müssen an den veränderten Bedarf angepasst werden. 

 
Mehr Investitionen in die Sanierung und Erneuerung der Verkehrswege sind zwingend notwendig. Aber auch eine Optimierung des Radwegnetzes, hauptsächlich in den Stadtzentren, würde sich auf die gesamte Mobilität positiv auswirken. Die Konflikte zwischen den Mobilitätsteilnehmern muss dabei reduziert werden. Die jeweiligen Nutzer einer Mobilitätsart dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden, sondern gemeinsame Lösungen geschaffen werden.  
 
Die Mobilität können wir nur verbessern, wenn wir alle Mobilitätsarten verbinden. Das umsteigen muss einfach funktionieren. Aber auch der Blick auf unsere Umwelt kann Spass machen. Für uns und auch die Umwelt sind Staus zu vermeiden. Verkehrsmittel fahren umweltbewusster, wenn diese sich mit gleichmäßiger Geschwindigkeit fortbewegen. Jede Beschleunigung kostet Energie. Ist es beim Fußgänger oder Fahrradfahrer noch unerheblich, ändert es sich beim Straßen- und Schienenverkehr. Jeder Stopp kostet Energie und somit verursacht dies wieder CO₂. Dabei ist es egal, ob es sich um einen Verbrenner, ein Elektrofahrzeug oder gar einen Wasserstoffantrieb handelt. Solange die Quellen nicht aus erneuerbarer Energie entstammen.    
 

Wir müssen dringend die Möglichkeiten nutzen, die uns heute zur Verfügung stehen. 

 
E-Mobilität bringt aus Sicht einer Stadt Vorteile. Ein Verbrenner verursacht Schadstoffe, die wir in unseren Städten vermeiden können. Aber auch die Lärmreduzierung wird durch eine E-Mobilität positiv beeinflusst. Wenn wir es nun schaffen, dass mehr Personen für kürzere Strecken auf das Fahrrad, E-Bike oder E-Fahrzeug umsteigen, so wäre dies ebenso ein Gewinn für alle. Jeder von uns kann somit seinen Beitrag für unsere Stadt leisten. Das sollten wir fördern.
 

Wir müssen jetzt unsere Mobilität verändern und optimieren!

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