Der Gemeinderat Ostfildern hat sich der Städteinitiative: Tempo 30 angeschlossen.„Lebenswerte Städte durch angemessene Geschwindigkeiten“. Gestartet wurde die Initiative von den Städten Aachen, Augsburg, Freiburg, Hannover, Leipzig, Münster und Ulm. Nun will Ostfildern auch frei entscheiden können, wo in unserer Stadt Tempo 30 angeordnet werden kann. Die Entscheidung erfolgte mehrheitlich. Ich war an der Sitzung verhindert und konnte daher nicht mit abstimmen. 

Ist diese Entscheidung gut für unsere Stadt?

Erst mal verändert sich  nichts. Es ist nur eine Initiative, mit der sich Städte zur Mobilitätswende bekennen und diese fordern den Bund auf, die rechtlichen Voraussetzungen dafür zu schaffen. Kommunen wollen Tempo 30 als Höchstgeschwindigkeit innerorts anordnen können, wo sie es für notwendig halten.

Eine flexiblere und freie Umsetzung der städtischen Verkehrsführung und auch Temponeubestimmung ist zunächst gut. Wichtig ist, dass der Bund bei einem Gesetzesentwurf an eine standardisierte Vorgabe für die Städte festhält. Ansonsten haben wir in Deutschland noch mehr Chaos und mancherorts geht es möglicherweise zulasten der Sicherheit. 

So auch hier in Ostfildern. Unsere Stadt hat erhebliche Schwächen im Bereich Sicherheit. Beispiel Hindenburgstraße. Die Kreuzungen und fehlenden Abgrenzungen sind gerade für Kinder oder auch Fahrradfahrer suboptimal umgesetzt. Gerade Bereiche mit erhöhtem LKW-Verkehr birgt hier ein erhöhtes Risiko. 

Gerne werden auch hier „Klima- und Lärmmindernde“- Argumente vorgeschoben. Es gibt immer wieder diese schwarz/weis denkenden Menschen. Es ist jedoch falsch, grundsätzlich davon auszugehen: Ein niedrigeres Tempo wäre für Klima und Umwelt besser. Ein Beispiel: Auf viel befahrenen Straßen bewirkt ein gleichmäßiger Verkehrsfluss einen positiven Effekt. Das senkt den dann auch den Energieverbrauch. Zudem entsteht Stau entsteht unter einem Tempo von 30 km/h. Also wäre auf diesen Straßen 40 km/h zielführender für das Klima. Alternativ braucht es eine Ausweichstraße, die ein Tempo über 40 km/h zulässt. Genau das fehlt bei uns an allen Hauptverkehrswegen. Wir sind eben keine „City“ mit einem Stadtkern, sondern ein Zusammenschluss aus mehreren Städten. Unsere Hauptverkehrsadern in Ostfildern sind bei uns ein Problem. Tempo 30 wird kaum etwas verändern. Dazu bedarf es mehr. Das würde ich lieber von unserer Verwaltung einfordern und daher diesen Antrag ablehnen. Die Stadtverwaltung sollte hier erst mal die eigenen Hausaufgaben machen.

Das heißt: Fahrradwege, ÖPNV und Hauptverkehrswege ordentlich und sicher gestalten.

2 Kommentare

  1. Wolfgang Ott

    Hallo Robert,
    diese Initiative setzt ganz klar auf Tempo 30. Sonst hätte sie sich einen anderen Namen gegeben.
    Wenn nun der OB Bolay in der Stadtrundschau betont, „dass es nicht darum gehe überall Tempo 30 einzuführen“ dann belügt er auf billige Art die Einwohner Ostfilderns !
    Dass es sinnvoll sein kann wenn Kommunen selbst die Geschwindigkeiten gestalten steht außer Frage.
    Aber bitte nicht ideologisch !
    Leider ist der Gemeinderat Ostfildern da mehrheitlich ideologisch angehaucht.
    Da bist Du nun auch Einzelkämpfer gegen die autofeindliche Ideologie. Und leider lässt Dich Deine Partei da auch hängen. Vom Bundesverkehrsminister kann man als Autofahrer keine Hilfe erwarten.
    Freundliche Grüße
    Wolfgang Ott

    • Hallo Wolfgang, tatsächlich ist der Satz „dass es nicht darum gehe überall Tempo 30 einzuführen“schon ein Indiz, dass wir das Gegenteil erwarten können. Wer eine Idee hinter der Initiative sieht, argumentiert eher mit den Vorteilen. Wir werden sehen. Wichtig ist aber auch, da ist im Bund noch nichts durch.
      Ich gebe Dir auch recht, unser Bundesverkehrsminister hat sich noch nicht von der besten Seite gezeigt. Ich hätte mehr erwartet. Was können wir tun? Ich habe mich entschieden „Mitzumachen“. Es geht auch mit neuen Ideen, Integrität und Mut. Da bin ich mir sicher. Jeder, der uns dabei hilft, ist ein Gewinn.

      Gruß Robert Langer

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