Amazon beherrscht nicht den Onlinehandel, Amazon ist der Onlinehandel. Jedes Jahr vertrauen immer mehr Menschen der Vertriebsplattform von Amazon. Weltweit dominiert Amazon den Handel. Eine massive Kaufkraftverschiebung ganzer Regionen gerät aus dem Gleichgewicht. In den Städten schreitet das Händlersterben voran. Was im ersten Augenblick für viele der Wandel der Zeit ist. Das ist langfristig ein Risiko für den Kunden selber. Warum? Nun derjenige der den Markt beherrscht, entscheidet über den Preis, die Verfügbarkeit und auch die Qualität der Produkte, die angeboten werden. Wettbewerb wird effektiv ausgeschaltet.

2021 kommentierte Klaus F., ein Einzelhändler aus Esslingen, das wie folgt:

Nicht, dass Amazon der Teufel an sich ist. Nein. Amazon weiß, was der Kunde möchte. Eine einfache und risikofreie Kaufabwicklung, sowie eine kostenfreie Rücksendemöglichkeit, eine maximale Produktverfügbarkeit. Das alles ist grundsätzlich gut für die Kunden. Die Vorteile des Einzelhandels helfen wenig. Dabei sind die Vorteile des Einzelhandels, im Internet kaum darstellbar. Vor Ort einkaufen ist teilweise ein Ritual. Kunden können Freund oder bekannte mit dabei haben. Ja und einkaufen ist auch Unterhaltung und manchmal Genuss. Stellenweise ist das Produkt selber, nur ein Mittel zum Zweck und fördert das soziale Miteinander wird gefördert. Produkte können zudem unmittelbar mitgenommen werden. Aber auch Fühlen, Hören und Sehen ist elementar beim Einkauf im Einzelhandel. Zusätzlich hilft Fachpersonal bei der richtigen Produktauswahl. Okay, mal mehr und mal weniger. Doch spätestens seit der Coronapandemie wurde dies alles, so gut wie ausgeschaltet. Erkennen kann man das an den vielen Kaufberatungsvideos auf YouTube und anderen Kanälen. Selbst ernannte Fachleute haben Hochkonjunktur. Diese gefragter denn je. Fühlen, hören, schmecken, das machen andere für uns. Zusätzlich belastet die aktuelle Rücksendewut unsere Logistik und auch Umwelt. Nachhaltiger einkaufen kann man eher im Einzelhandel.   

Was kann gegen das Aussterben des Einzelhandels, insbesondere in der Innenstadt getan werden? Was kann jeder einzelne dafür tun. Dazu noch ein Kommentar von Klaus F. aus Esslingen:

Abgesehen von Amazon ist ein weiterer Verursacher oft die jeweilige Stadtverwaltung einer Stadt selbst. Diese ist mitverantwortlich an der Entwicklung der Innenstadt. Doch Stadtoberhäupter investieren ihre Kräfte meist in die Expansion. Wohnungsbau ist oft wichtiger als eine ausgewogene Stadtentwicklung. Verständlich, ist doch das Einkommen des Oberbürgermeisters an die Einwohnerzahlen der Stadt gekoppelt. Mehr Einwohner heißt somit: Ich gönne mir eine Gehaltserhöhung. Aber auch die Sicht auf die Gewerbesteuereinnahmen sind bei den Entscheidern in den Stadtverwaltungen oft getrübt. Gehen die Hauptanteile der Gewerbesteuer doch auch oft an dem Stadtsäckchen vorbei. Unternehmen stellen ihre Filialen, Niederlassungen oder Tochterfirmen gerne steuerneutral dar. Das heißt, im besten Fall entstehen vor Ort keine Gewinne. Diese werden am Hauptstandort der Firma, steueroptimiert umgesetzt. Bei kleineren Einzelhändlern trifft das nicht unbedingt zu. Dort entstehen aber auch nicht die großen Gewinne und Umsätze. Doch Unternehmer, die höhere Beträge zu versteuern haben, können es sich heutzutage gar nicht leisten, Ihre Firma nicht steueroptimiert aufzustellen. Denn Onlinegiganten wie amazon treiben dies an die Spitze. Steuervermeidungsgesellschaften sind dort Grundlage des Gewinns. Städte könnten dennoch die Bedingungen für den Einzelhandel im Stadtzentrum positiv verändern und gleichzeitig davon profitieren. Angefangen von Verkehrskonzepten und Anlieferungsregelungen, sowie ausreichend Parkplätze. Desto größer die Stadt, desto größer ist der Anspruch an einem breiten Mobilitätsangebot. Zusätzlich sind regionale Besonderheiten wichtiger als Kulturveranstaltungen. Das  Besondere, das Einzigartige zieht die Menschen an. Aber natürlich helfen ebenso Veranstaltungen, die langfristig Menschen in die Städte locken. Es gilt, die Vielfalt zu erhalten. Denn wir wollen Auswahl. Viel Auswahl, bedeutet eine hohe Chance etwas Passendes zu finden. Kunden haben somit ein geringeres Risiko enttäuscht heimfahren zu müssen. Ohne Wettbewerber geht die Vielfalt der Städte verloren.   

Einzelhändler wie Klaus F. handeln aus Überzeugung. Das ist klar zu hören. Aus Überzeugung unserer Region, ihrer Stadt etwas Gutes zu tun. Für Vielfalt zu sorgen. Einzukaufen zum Erlebnis machen. Es geht, um mehr als nur Produkte zu verkaufen. Das machen sicherlich nicht alle, doch er ist kein Einzelfall. Qualitative regionale Unternehmer arbeiten für uns. Sie leisten uns einen Mehrwert. Mit ihrer individuellen Beratung gehen Sie auf uns Kunden ein. Denn dies macht den größten Unterschied zu Amazon.  Dort wirst Du penetriert bis Du kaufst. Egal, ob Dir das Produkt passt oder nicht. 

Mach auch Du etwas für unsere Region! Geh dieses Jahr mal wieder raus. Geh shoppen. Geh durch Deine Stadt bummeln und klick nur etwas weniger bei Amazon rein.  Damit sorgst Du zudem , dass einige der Arbeitsplätze erhalten bleiben. 

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