Die Welt der Personaler wird sich in den nächsten Jahren verändern. Viele Unternehmen werden einen steigenden Druck des Fachkräftemangels verspüren. Letztlich wird die Leistungsfähigkeit dieser Unternehmen und auch öffentlichen Einrichtungen spürbar nachlassen. Probleme sind vorprogrammiert. 

Einer der häufigen Ausreden für den hohen Fachkräftebedarf ist der in Deutschland steigende demografische Wandel. Als Beweis wird dafür ausgeführt, dass mehr Arbeitskräfte in den Ruhestand treten, als Neueinsteiger in das Berufsleben eintreten. Doch dieses Argument ist dünn. Veränderungen in der Organisation, der Produktion oder der digitalen Kommunikation schaffen Vorteile die leistungsfähiger und effizienter sind als die bisherige Organisation des Unternehmens. 

Einige stellen sich schon heute dem Wandel. Diese Unternehmen empfinden, wenn alle Handlungsveränderungen greifen, keinen Fachkräftemangel. Nein, diese Unternehmen müssen sogar auf Wachstum schalten, um die Investitionen in Ihre Mitarbeiter voll ausschöpfen zu können. 

Insbesondere  Unternehmen mit einer langen History und öffentliche Einrichtungen haben mit dem Wandel und dem Effizienzgewinn Probleme. Alte Prozesse und eingefahrene Auslegungen des Rechtssystems blockieren den Wandel. Junge Unternehmen schaffen es oft, mit einem drittel der Arbeitnehmerleistung das gleiche Ergebnis zu erwirtschaften. 

Wie ist das möglich?

Veränderungen des Personal- Managements

Die Sichtweise des  Human Resources (HR)

Heute hat der Personaler noch weitestgehend die „Macht“. Er entscheidet, wer die Stelle bekommt, wo und wie die Mitarbeiter gesucht werden, welche Leistungen vergütet werden. Doch führende Personalbereiche aus Industrie und Handel wissen, das wird sich immer mehr ändern. 

Aktuelle Schätzungen sagen voraus, dass in den nächsten vier bis fünf Jahren der Druck auf den Personaler extrem anwachsen wird. Immer mehr Arbeitskräfte werden sich das Unternehmen, für das sie arbeiten wollen, aussuchen. 

Das einfache Erhöhen der Gehalts-/Lohnwünsche wird dann nicht mehr ausreichen. Noch schlimmer, dieser Weg wirkt sich vernichtend auf die Kostenstruktur eines jeden Unternehmens aus. 

Fehlende Fachkräfte und höhere Kostenstrukturen werden so manches Unternehmen in eine Handlungsunfähigkeit dirigieren und einzig die Reduktion der Tätigkeiten werden die Folge sein. Doch auch die Qualität wird extrem leiden.

Was sollten Unternehmen tun?

Caring Company vs. fluides Unternehmen. 

Die meisten müssen sich zwischen der Methodik: „Caring Company“ oder dem „fluiden Unternehmen“ entscheiden. Wobei die häufigste Art die „Caring Company“ sein wird. Soziale Standards und Leistungen werden dem Mitarbeiter angeboten, die sich für das Lebensumfeld des Mitarbeiters positiv auswirken. Regionaler Wohngeldzuschuss, Unternehmenswohnungen, kostenloses Laden von E-Fahrzeugen oder E-Bikes, vorteilhafte Leasinglösungen, Stadttickets des ÖPNV, kostenlose oder vergünstige Kita-Plätze und vieles mehr. Dabei spielt die größte Rolle, ein Gleichgewicht der Abhängigkeit zwischen Mitarbeiter und Arbeitgeber, sowohl dem Zugewinn der Lebensqualität für die Mitarbeitenden 

Die Organisation im Unternehmen.

Fachkräfte richtig einsetzen.

Ein sehr weitverbreitetes Problem ist der falsche Einsatz von Fachkräfte. Dies führt oft auch zu einer Überlastung und immer häufiger zu Burn-out oder einfachem abwandern der Fachkräfte zu anderen Unternehmen, manchmal sogar zu einer stressfreieren Tätigkeit. Eine gute Fachkraft ist somit für die komplette Branche verloren gegangen. 

Viele Tätigkeiten sind mit unterstützenden Prozessen und Mitarbeitern, bei  gleichzeitigem Erhalt von Qualität und Einhaltung der Rechtsgrenzen umsetzbar.

Dies ist der weitaus schwieriger zu gestaltende Bereich. Denn die Mehrheit der Fach- und Führungskräfte haben keine Optimierung Ihrer Arbeitsabläufe oder Prozessorganisation im Sinn. Die Angst vor Arbeitsverlust ist erstaunlicherweise gerade in Deutschland sehr hoch. Der hohe Standard, den sich die Arbeitnehmer geschaffen haben, scheinen nach einem Jobverlust nicht wieder erreichbar zu sein. Doch in den wenigsten Fällen kommt es wirklich dazu. Häufiger ist ein Zugewinn die Folge. 

Daher sollten die Veränderungen planvoll und mit Hochdruck umsetzt werden. Auch externe Partner oder einer Zusammenarbeit von gleich gelagerte Firmen/Branchen sind hier förderlich. 

Gemeinsam wird Veränderung einfacher.  

Ausbildungs-Programme

Früh mit der Bindung an Unternehmen beginnen. 

Ein wichtiges Bindeglied ist ein Ausbildungsprogramm mit neuen Leistungen, die dauerhaft den Fachkräftemangel im Unternehmen reduziert. Die Auszubildenden sollten schon früh an das Unternehmen gebunden werden. Dabei sollten alle Stellen in der neuen Organisation berücksichtigt werden. Nicht nur die Fachkräfte.

Suchen Sie dort, wo die anderen nicht suchen!

Richtig suchen. 

Hören Sie auf, mehr Geld in Stellenanzeigen oder Printmedien auszugeben. Wenn der Teich leergefischt ist, bringt eine weitere Angel nichts! Nutzen Sie Foren, Werbung oder Veranstaltungen, die nicht die Stelleninhaber an sich ansprechen. Gehen Sie dorthin, wo die jeweiligen Fachkräfte vorrangig aufhalten. Dabei sollten Sie grenzenlos handeln. 

Fachkräfte suchen selten einen Job, sie haben einen. 

Freizeit, Kultur und Hobby. Die häufigsten Tätigkeitsbereiche sind zu Ihrem Vorteil umzumünzen. Soziale Medien, aber auch YouTube und andere neue Medienplattformen sind der beste Weg, mehr Aufmerksamkeit zu erhalten.