Mobilität

Wir müssen alle Mobilitätsarten berücksichtigen und uns nicht auf eine fixieren.


Wir sind Fußgänger, Fahrradfahrer, Motorradfahrer, Autofahrer und nutzen auch Bus und Bahn. Mobilität macht Ostfildern aus. 

In den meisten Stadtteilen haben wir vielfältige Möglichkeiten. Unsere guten Anbindungen an die A8 und B10 / B27 sind ein Vorteil, den ich persönlich schätze. Aus jedem Stadtteil erreichen wir in wenigen Minuten unsere Grünflächen, Baumwiesen oder Felder. Fahrradtouren in den Sauhag von Denkendorf oder sogar zur Teck sind von Ostfildern aus möglich. Doch auch die kleinen Touren zu Spiel- oder Grillplätzen, Biergärten oder eine unserer Vereinsgasstätten machen Spaß und fördern unsere Gemeinschaft und unser Stadtleben.

Vieles ist gut und so soll es auch bleiben. 

Doch unsere Welt und sogar unsere Stadt verändert sich. Die Infrastruktur leidet. Fehlende Betreuungsplätze, Staus, überlastete Kanalisationen und Kläranlagen, eine Stadtverwaltung, die ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen überlastet und auch Unfall- und Strafdelikte steigen an.

Mehr in unsere Infrastruktur & Mobilität investieren. 


Der Kostendruck steigt weiter und zu geringe Investitionen in die Infrastruktur sorgen für einen immer größer werdenden Investitionsstau. Die unzureichende und zu späte Planung bei den Schulsanierungen, kritische Baugebiete sowie Neubauprojekte belasteten die heutige und auch zukünftige Finanzplanung extrem. Zu viele Bauprojekte und Baukostensteigerungen setzen die Stadtverwaltung unter Druck. 

Wir dürfen die Probleme nicht weiter vor uns herschieben, sondern müssen schon heute planvoll und intelligent investieren. 

An Visionen fehlt es der Stadtverwaltung nicht. Es fehlt an Lösungen, die zeitnah greifen. Lösungen, die bei den Einwohnern ankommen. Es fehlt an einer offenen Bürgerbeteiligung und an einer besseren Mobilität. 

Das Konfliktpotenzial zwischen den Verkehrsteilnehmern wächst. Alle Verkehrsteilnehmer reagieren vermehrt gereizt und das Unfallrisiko steigt. Enge Rad- und Fußwege, unklare Regelungen und riskante Kreuzungen verstärken dies zusätzlich. 

Der Einzelhandel verdichtet sich in den Ortszentren, insbesondere im Scharnhauser Park. Gleichzeitig beobachten wir eine Ausdünnung der Einzelhändler in einigen anderen Stadtteilen. Wir sind immer mehr darauf angewiesen unsere täglichen Erledigungen mit dem Kraftfahrzeug durchzuführen. Unser Verkehr wird dadurch immer mehr negativ beeinflusst. 

Aber auch der Boom des Pedelec/E-Bike verändert den Anspruch unserer überlasteten Verkehrswege. Mit dem Boom steigt auch das Unfallrisiko. 2018 hatten wir keinen einzigen schweren Fahrradunfall in unserer Stadt. 2019 änderte sich dies schlagartig und die Zahl der gemeldeten Unfälle stieg auf 18 an. 

Die Verkehrswege wurden kaum an die Veränderungen unserer Stadt angepasst. 


Die Sanierung und Erneuerung der Verkehrswege erfolgt viel zu verhalten und zurückhalten. Aber auch eine Optimierung des Radwegnetzes, insbesondere in den Stadtzentren würde sich auf die gesamte Mobilität positiv auswirken. Die Konflikte zwischen den Mobilitätsteilnehmern muss reduziert werden. Gefahrenpunkte müssen geprüft und umgestaltet werden. 

Um die Mobilität zu verbessern, dürfen wir uns nicht auf eine Mobilitätsart fixieren. Auch die Lösungen in der Elektromobilität sind noch nicht durchgängig überzeugend und ein E-Auto oder E-Bike hat heute kaum nachhaltige Vorteile. Ein Akku wird nicht recycelt. Er wird thermisch verwertet, also verbrannt. Hochwertige Rohstoffe werden zerstört. Das Recycling funktioniert. Jedoch ist Recycling nur teurer, als die Beschaffung der Rohmaterialien am Weltmarkt. Die wenigsten Wirtschaftsunternehmen setzen freiwillig auf eine Über-Erreichung der Nachhaltigkeit. Wir dürfen nicht darauf warten, dass die Bundesregierung hier etwas ändert. 

Wir sollten die Möglichkeiten Nutzen, die uns heute zur Verfügung stehen. 


E-Mobilität bringt aus Sicht einer Stadt Vorteile. Ein Verbrenner verursacht Schadstoffe, die wir in unseren Städten vermeiden können. Aber auch die Lärmreduzierung wird durch eine E-Mobilität positiv beeinflusst. Denn wenn wir es nun schaffen, dass mehr Personen für kürzere Strecken innerhalb Ostfilderns auf das Fahrrad, E-Bike oder E-Fahrzeug umsteigen, so wäre dies ebenso ein Gewinn für unsere Stadt. Jeder von uns kann somit seinen Beitrag für unsere Stadt leisten. Das sollten wir fördern.

Wir brauchen heute schon eine Verbesserung unserer Mobilität!